(Download) "Behandlung von alten und kranken Menschen bei den Ainu" by Rudi Loderbauer # Book PDF Kindle ePub Free
eBook details
- Title: Behandlung von alten und kranken Menschen bei den Ainu
- Author : Rudi Loderbauer
- Release Date : January 07, 2008
- Genre: Politics & Current Events,Books,Nonfiction,Social Science,
- Pages : * pages
- Size : 1245 KB
Description
In meiner Seminararbeit möchte ich die Ainu im Norden Japans etwas nĂ€her beleuchten. Der besondere Schwerpunkt soll dabei auf der Behandlung von Alten und Kranken liegen. Diese scheint sich bei den verschiedenen Wildbeuter- und Pflanzerkulturen in der ethnologischen Literatur zunĂ€chst sehr unterschiedlich darzustellen. Von menschenunwĂŒrdigen Ritualen wie der Altentötung beispielsweise bei den Tschuktschen in Sibirien ist die Rede oder davon, dass Ă€ltere Menschen einfach ausgesetzt und sich selbst ĂŒberlassen werden. Diese Behauptungen erfordern eine eingehendere Betrachtung, welche ich bei den Ainu im nördlichen Japan vollziehen möchte. Um jedoch nĂ€her auf die Situation und die Behandlung von alten und kranken Menschen in diesem Volk eingehen zu können, werde ich zunĂ€chst mit dem kulturellen Hintergrund der Ainu nĂ€her zum zentralen Thema meiner Seminararbeit hinfĂŒhren. Dabei werde ich das Verbreitungsgebiet der Ainu, ihre Herkunft und Geschichte sowie insbesondere ihre Religion kurz darstellen. Die Siedlungsgebiete der Ainu umfassen die Insel Hokkaido, die nördlichste der vier japanischen Hauptinseln, sowie die SĂŒdhĂ€lfte von Sachalin und die Inseln der Kurilenkette, wobei in der heutigen Zeit nur noch Hokkaido als Siedlungsgebiet ĂŒbrig geblieben ist (vgl. Karte Abb.2, S.4). Die ethnische Selbstbezeichnung Ainu steht fĂŒr Mensch. Eine Ableitung vom japanischen Wort imu (Hund) ist mit groĂer Wahrscheinlichkeit falsch und wirft vielmehr einen Blick auf die Stellung und WertschĂ€tzung der Ainu als Minderheit in der japanischen Gesellschaft . Die Zahl der Ainu wird nach aktuellen Erhebungen auf knapp 24.000 geschĂ€tzt , bei Fitzhugh ist die Rede von bis 50.000 . In der Vergangenheit hatte man mehrfach ein Aussterben befĂŒrchtet. Dies schien jedoch unbegrĂŒndet. Wie Ălschleger betont, zeigt ein Blick auf die Bevölkerungszahlen zwischen 1804 und 1940 zwar einen RĂŒckgang von 21.697 auf 16.170 Menschen, jedoch fiel die Zahl nie unter 15.000 . Ohnuki-Tierney schreibt in diesem Kontext, dass der letzte der Kurilen-Ainu 1941 gestorben ist. Im Bezug auf Technik und soziale Organisation ist die Ainu-Kultur auf Hokkaido am komplexesten und am weitesten entwickelt . FĂŒr Hokkaido spricht Ohnuki-Tierney von 18.000 tatsĂ€chlichen Ainu, diese Zahl bezieht sich allerdings auf Daten, welche sie im Jahr 1981 als Arbeitsgrundlage verwendete. Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Ethnologie / Volkskunde, Note: sehr gut 1,0, Ludwig-Maximilians-UniversitĂ€t MĂŒnchen (Institut fĂŒr Ethnologie und Afrikanistik), Veranstaltung: Die Behandlung von alten und kranken Menschen in Wildbeuter- und Pflanzerkulturen, 8 Quellen im Literaturverzeichnis.